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FIA Formel E
16.02.2026

Schwieriges Double-Header-Wochenende für Maximilian Günther

Der erste Double-Header der Saison begann bestmöglich für Maximilian. Er setzte die Bestzeit im Freien Training und hatte ein sehr gutes Gefühl für das Auto. Die Wettbewerbsfähigkeit von DS PENSKE war für alle sichtbar, Maximilian war bereit starke Rennen zu fahren, um wieder in den Kampf um die FIA-Formel-E-Weltmeisterschaft 2025/26 einzugreifen.

Mit zwei Rennen an einem Wochenende kehrte im ersten Lauf der sogenannte Pit Boost zurück – der verpflichtende 30-sekündige Schnellladevorgang, der das Herzstück von Maximilians Strategie im Auftaktrennen sein sollte. Neu in dieser Saison, dass Rennen mit Pit Boost nur noch eine Aktivierung des Attack Mode erlauben. Das optimale Zusammenspiel beider Elemente kann sehr schnell einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz verschaffen.

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Für Maximilian und DS PENSKE lief zunächst alles nach Plan: Zum ersten Mal in dieser Saison schaffte er es aus der Gruppenphase des Qualifyings in die Duelle. Dort erreichte er sogar das Finale und verpasste seine erste Poleposition der Saison 12 nur um eine Zehntelsekunde.

Mit dem Ziel, den Erfolg aus dem Vorjahr an dieser Strecke zu wiederholen, erwischte Maximilian einen starken Start. Durch einen Fehler des Polesitters übernahm er bereits in Kurve eins die Führung. Mit seinem Teamkollegen direkt hinter sich hatte DS PENSKE die perfekte Ausgangslage, um das Rennen von der Spitze aus zu kontrollieren. Maximilians Blick war fest auf den ersten Saisonsieg gerichtet.

Leider sah die Strategie vor, den einzigen Attack Mode bereits vor dem Boxenstopp für den Pit Boost zu nehmen. Zwar verschaffte ihm zunächst Positionen nach den Stopps, doch in der Schlussphase war er dadurch extrem anfällig für Angriffe von hinten. Beim Energiemanagement konnte er sich nicht mehr ausreichend wehren, als Konkurrenten mit aktivem Attack Mode die zusätzlichen Kilowatt nutzten, um an ihm vorbeizugehen. Ein Rennen, das eigentlich sein erster Saisonsieg hätte werden sollen, endete enttäuschend mit Platz 11 – außerhalb der Punkte.

Der Vorteil eines Double-Headers: Es gibt eine zweite Chance, aus Rennen eins zu lernen und stärker zurückzukommen. Rennen zwei beinhaltete keinen Pit Boost und kehrte zum üblichen Format mit zwei Attack-Mode-Aktivierungen zurück. In den Trainings analysierten Maximilian und das Team das Setup vom Freitag und nahmen letzte Anpassungen vor, um sich für Qualifying und Rennen besser aufzustellen.

Erneut schaffte es Maximilian in die Qualifying-Duelle, schied jedoch im Viertelfinale aus. Da er dort die zweitschnellste Zeit aller Ausgeschiedenen fuhr, startete er von Platz sechs.

Im zweiten Rennen lief es von Beginn an schwierig. Die Änderungen am Auto führten zu einem unausgeglichenen Fahrverhalten und machten das Fahrzeug schwer kontrollierbar, was eine Strategieanpassung erforderlich machte: Maximilian ließ sich zunächst zurückfallen, um Energie zu sparen und versuchte, die Balance über Lenkrad-Einstellungen zu verbessern. Der Plan war, am Ende mit zusätzlicher Energie anzugreifen. Die Energie war vorhanden – doch Maximilian hatte zuvor zu viel Zeit verloren, um vor der Zielflagge noch in die Punkte fahren zu können.

Nun folgt eine gut einmonatige Pause bis zur sechsten Runde in Madrid, einem neuen Kurs im Kalender. Maximilian und DS PENSKE werden diese Zeit nutzen, um die Daten der ersten fünf Rennen auszuwerten und den DS E-TENSE FE25 weiter zu verfeinern. Positiv bleibt: Das Auto besitzt das Potenzial, konkurrenzfähig zu sein – und genau darauf wollen Maximilian und das Team im nächsten Abschnitt der Saison aufbauen.

Maximilian Günther: „Wir sind richtig stark ins Wochenende gestartet und fühlten uns sehr gut und sehr schnell. Vor dem Qualifying zu Rennen eins waren wir überzeugt, dass wir liefern können – und genau das haben wir getan. Die Gruppe war extrem schnell, die Abstände minimal, und selbst im Duell um die Poleposition war es super eng. Montara war heute einen Tick schneller, aber insgesamt war ich sehr zufrieden mit dem Auto und unserer Performance. Ich war sehr positiv gestimmt für das Rennen und das gesamte Wochenende. In Jeddah aus der ersten Reihe zu starten, wo das Renntempo hoch ist und das Qualifying extrem eng, ist immer gut. Wir hatten eine starke Startposition und viel Selbstvertrauen. Das erste Renndrittel war hervorragend. Ich führte das Rennen gemeinsam mit Taylor an und waren clever beim Energiemanagement - alles lief nach Plan. Dann entwickelte sich unsere Strategie in eine sehr ungünstige Richtung. Ich würde sagen, wir hatten in Rennen eins keinen optimalen Strategietag, und das hat uns nach dem frühen Attack Mode sehr verwundbar gemacht. Ab da war ich in der Defensive und versuchte, verlorene Positionen zurückzuholen – leider ohne Erfolg. Es war ein sehr enttäuschendes Ende eines Rennens, das mindestens ein Podium hätte sein müssen. So ist Racing: Manchmal ist die Strategieentscheidung richtig, manchmal falsch. Wir gewinnen und verlieren gemeinsam, heute war leider ein Tag an dem wir verloren haben. Aber wir wussten, dass wir die Pace haben und wir hatten mit Rennen zwei eine weitere Chance. Auch der zweite Tag begann gut mit dem Einzug in die Duelle. Mir war klar, dass es schwer wird, diesmal ins Halbfinale zu kommen. Das Viertelfinale hatte nicht die erwartete Temperatur, was das Setup beeinträchtigte. Trotzdem glaubten wir fest an unsere Chancen im Rennen. Nach dem Start merkte ich sofort, dass das Auto anders war als im ersten Rennen. Ich hatte viel Untersteuern und wenig Vertrauen in die Vorderachse. Das zwang uns zu einer Long-Game-Strategie: Mehr Energie sparen als die Top Ten, um am Ende anzugreifen. Leider konnte ich die nötige Verbesserung nicht erzielen, um die verlorenen Positionen zurückzuerobern, da das Rennen viel schneller verlief als erwartet. Ein enttäuschendes Ende eines Wochenendes, das sich so stark angefühlt hat, vor allem über eine Runde. Es fühlt sich an, als hätten wir viel liegen lassen. Ohne Punkte aus zwei Rennen nach Hause zu fahren ist bitter – besonders nach zwei Duell-Teilnahmen und einem Start aus der ersten Reihe. Wir hätten definitiv mehr verdient.“
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