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FIA Formel E
15.08.2026

Pit Boost bringt zusätzliche Strategie in die Formel E

Mit dem London E-Prix kehrt auch Pit Boost zurück. Das von Fortescue Zero unterstützte System sorgt für eine zusätzliche taktische Komponente in der Formel E.

Während die Rennen zuvor weitgehend als Sprint bis ins Ziel gefahren wurden, müssen die Fahrer bei Pit-Boost-Rennen einen verpflichtenden Boxenstopp einlegen, um zusätzliche Energie zu laden.

Eingeführt wurde Pit Boost erstmals beim Jeddah E-Prix 2025. Der verpflichtende Stopp dauert insgesamt 34 Sekunden, davon entfallen 30 Sekunden auf den eigentlichen Ladevorgang. Während dieser Zeit wird das Fahrzeug mit 600 kW geladen und erhält einen Energiezuwachs von 3,85 kWh, was rund zehn Prozent zusätzlicher Energie entspricht.

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Der Boxenstopp darf allerdings nicht zu einem beliebigen Zeitpunkt erfolgen. Das Fahrzeug muss sich innerhalb eines von der FIA festgelegten State-of-Charge-Fensters zwischen 60 und 40 Prozent befinden. Dadurch entstehen unterschiedliche strategische Möglichkeiten. Je nachdem, wie stark ein Fahrer seine Energie im ersten Rennabschnitt nutzt, kann sich der optimale Zeitpunkt für den Pit Boost unterscheiden.

Auch der Attack Mode bleibt bei Rennen mit Pit Boost verfügbar. In Saison 12 wurde das System jedoch angepasst: Pro Pit-Boost-Rennen steht nur noch eine Attack-Mode-Aktivierung zur Verfügung. Gleichzeitig besteht keine Verpflichtung mehr, das komplette verfügbare Attack-Mode-Kontingent vor Rennende zu nutzen. Dadurch soll die strategische Bedeutung der Aktivierung weiter steigen.
 

Strenge Regeln beim Boxenstopp

Da jedes Team nur über eine Pit-Boost-Ladeanlage verfügt, ist ein Doppelstopp nicht möglich. Beide Fahrzeuge eines Teams können daher nicht gleichzeitig geladen werden.

Während des Ladevorgangs dürfen außerdem keine Arbeiten am Fahrzeug durchgeführt werden. Muss beispielsweise ein Frontflügel gewechselt oder ein Reifen ersetzt werden, darf dies erst erfolgen, nachdem der Pit Boost abgeschlossen und das Ladekabel entfernt wurde.

Auch die Zahl der beteiligten Mechaniker ist begrenzt. Beim Pit Boost dürfen lediglich drei Teammitglieder eingesetzt werden: Einer bedient die Stop-and-Go-Anzeige, zwei weitere halten die Ladeeinrichtung.

Hat ein Fahrer eine Fünf- oder Zehn-Sekunden-Zeitstrafe erhalten, muss diese zunächst absolviert werden, bevor das Fahrzeug an die Pit-Boost-Anlage angeschlossen werden darf.

Die FIA überwacht den gesamten Vorgang. Verstöße gegen die vorgeschriebenen Abläufe können an die Rennkommissare weitergeleitet werden. Sollte eine Ladeanlage technisch ausfallen, stehen bei der FIA zwei Ersatzsysteme zur Verfügung, die nach entsprechender Genehmigung eingesetzt werden können.


Pit Boost im Überblick

  • Pflichtstopp: Ja
  • Gesamtdauer: 34 Sekunden
  • Ladezeit: 30 Sekunden
  • Ladeleistung: 600 kW
  • Energiezuwachs: 3,85 kWh bzw. rund 10 Prozent
  • Pit-Window: State of Charge zwischen 60 und 40 Prozent
  • Attack Mode: eine Aktivierung pro Pit-Boost-Rennen
  • Double-Stacking: nicht erlaubt
  • Beteiligte Crew: maximal drei Personen
  • Pit Boost: Jeddah, Berlin, Monaco, Shanghai, Tokio und London
  • Technologiepartner: Fortescue Zero

Damit wird der Boxenstopp zu einem wichtigen Bestandteil der Rennstrategie. Ein früher Pit Boost kann einen Fahrer im Verkehr zurückwerfen, während ein später Stopp die Möglichkeit bietet, mit freierer Strecke Zeit gutzumachen. Gerade auf einem engen und ungewöhnlichen Kurs wie dem London ExCeL Circuit kann der richtige Zeitpunkt des Energiestopps entscheidend für den Rennverlauf sein.
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