FIA Formel E
11.08.2026
Historischer Look anlässlich 75 Jahren Porsche Motorsport
Nach dem vorzeitigen Gewinn der Hersteller-Weltmeisterschaft beim Tokyo E-Prix Ende Juli kämpft die Stuttgarter Sportwagenschmiede noch um zwei weitere Titel: Der 31-jährige Sigmaringer Pascal Wehrlein liegt als Dritter in der Fahrerwertung nur fünf Punkte zurück; Spitzenreiter Jake Dennis aus England pilotiert für das Porsche-Kundenteam Andretti ebenfalls einen 99X Electric. In der Team-WM geht das werkseigene Porsche Formel-E-Team mit einem Rückstand von 14 Punkten ins Finale (Platz 2). In dieser Wertung zählen auch die Punkte von Wehrleins Teamkollegen Nico Müller aus der Schweiz, der rechnerisch mit 44 Punkten Rückstand ebenfalls noch Chancen hat. Aufgrund der Rückstände kann Porsche beide Titel allenfalls im zweiten London-Rennen am Sonntagnachmittag gewinnen.
2026 feiert Porsche 75 Jahre Motorsport – eine Geschichte, die 1951 mit dem Porsche 356 SL und einem Klassensieg in Le Mans begann. Am Wochenende, wenn der 99X Electric seine letzten Rennen bestreitet, feiert die Marke ihr Rennsportjubiläum mit einer historischen Folierung. Das Design greift die Farbgebung und Gestaltung verschiedener erfolgreicher Porsche-Rennfahrzeuge der 1980er-Jahre auf. Dazu zählt der Porsche 959, der 1986 die Rallye Paris–Dakar gewann. Auf der Rundstrecke feierten der Porsche 956 und der Porsche 962 C die größten Erfolge: Je zweimal holten die beiden weiß-blauen Gruppe-C-Sportprototypen den Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Le Mans (1982 und 1983 sowie 1986 und 1987).
Große Erfolge erzielte Porsche Motorsport auch in London: Werksfahrer Wehrlein feierte 2024 den bislang einzigen Porsche-Rennsieg auf dem „ExCeL Circuit“ und sicherte sich mit Platz 2 im Sonntagsrennen seine erste Fahrer-WM in der Formel E. Im vergangenen Jahr holte das Porsche Formel-E-Team in London sowohl die Team- als auch die Hersteller-Weltmeisterschaft. Bereits 2023 hatte Dennis vom Kundenteam Andretti am selben Ort den ersten Fahrertitel für Porsche als Marke perfekt gemacht. Die 2,077 Kilometer lange temporäre Rennstrecke ist ein Unikat im Rennkalender. Im Osten der englischen Hauptstadt führt sie über das ExCeL-Messegelände und verbindet dabei Indoor- und Outdoor-Passagen. Die wechselnden Grip-Verhältnisse – insbesondere bei Regen – machen den Kurs zu einer der größten fahrerischen Herausforderungen der Saison.
Am Sonntag sammeln die Fahrer nicht nur ihre letzten Punkte und Pokale der Saison; Wehrlein und Müller drehen auch ihre letzten Runden für die diesjährige Auflage von „Racing for Charity“. Mit der Spendeninitiative verbindet Porsche in der Formel E sportlichen Erfolg und gesellschaftliches Engagement. Für jede Rennrunde der beiden Porsche 99X Electric des Werksteams spendet der Sportwagenhersteller 400 Euro zugunsten schwerkranker Kinder weltweit. Die finale Spendensumme gibt Porsche nach dem Event bekannt. Zugute kommt das Geld den Organisationen Kinderherzen retten e.V., Interplast Germany e.V. und der Ferry-Porsche-Stiftung. Vor dem abschließenden Rennwochenende steht der Spendenbetrag bei 390.000 Euro.
Florian Modlinger, Gesamtprojektleiter Formel E: „Die Ausgangslage vor London ist eine Herausforderung mit 5 und 14 Punkten Rückstand bei Fahrern und Teams. 2024 haben wir als Team bewiesen, dass wir einen Rückstand aufholen können. Pascals Rückstand damals betrug 12 Punkte. Was auch kommt: Wir gewinnen und verlieren zusammen – nur so viel ist sicher. Denn die Strecke in London ist immer für Überraschungen gut. Ich erwarte ein hochspannendes Wochenende. Wir werden alles geben und bis zur Zielflagge kämpfen.“
Pascal Wehrlein, Porsche-Werksfahrer (#94): „Vor der Saison war es unser Ziel, nach London zu kommen und um die Weltmeisterschaft zu kämpfen. Das ist die positive Seite. Andererseits gab es in diesem Jahr einige Rennen, in denen wir noch mehr hätten rausholen können. Trotzdem ist es ein gutes Gefühl, zu wissen, dass wir noch im Titelkampf sind und alles in der eigenen Hand haben. Die Hersteller-WM haben wir bereits gewonnen. Jetzt werden wir alles geben, noch mehr Titel zu holen.“
Nico Müller, Porsche-Werksfahrer (#51): „Ich werde versuchen, so viele Punkte wie möglich zu holen und meinen Beitrag zu leisten. Ich wünsche mir einfach ein sauberes Rennwochenende, an dem alles zusammenpasst. Das war in dieser Saison leider zu selten der Fall. Das Potenzial war immer da, aber wir konnten es zu selten ausschöpfen. Manchmal hätten wir selbst mehr herausholen können, manchmal hat das Glück gefehlt. Ich glaube, es ist an der Zeit, dass sich das ändert, und ich freue mich darauf, in London das Beste rauszuholen.“







