Nach Meisterschaften wie z.B. im Porsche Carrera Cup oder ADAC GT Maters begann seine DTM-Geschichte im Sommer 2016. Rast war zu diesem Zeitpunkt keineswegs als Stammfahrer für die Serie vorgesehen. Beim Audi Sport Team Rosberg wurde kurzfristig ein Fahrer benötigt, nachdem Adrien Tambay verletzungsbedingt ausfiel. Rast erhielt in Zandvoort die Chance – praktisch über Nacht. Ohne umfangreiche Vorbereitung stieg er in den Audi RS 5 DTM und überzeugte sofort.
Noch im selben Jahr folgten zwei weitere Einsätze. Beim Saisonfinale in Hockenheim sprang Rast für Mattias Ekström ein und holte bei seinem zweiten DTM-Rennen mit Platz sechs erstmals Punkte. Diese Leistungen waren entscheidend: Audi entschied sich, den damals 30-Jährigen für die Saison 2017 in das reguläre DTM-Aufgebot aufzunehmen.
2017: Der Rookie wird Champion
Was anschließend folgte, war eine der bemerkenswertesten Debütsaisons in der Geschichte der DTM. Der damals 30-jährige bestritt in der Saison 2017 sein erstes komplettes Jahr mit dem Audi Sport Team Rosberg. Rast ließ sich von den erfahrenen Piloten nicht beeindrucken und gewann drei Rennen und war fünfmal auf dem Siegerpodest zu finden. Seine Akribie war schon damals ausgeprägt und er überließ nichts dem Zufall. Beim Finale in Hockenheim machte er schließlich den entscheidenden Schritt: Mit 179 Punkten gewann der Audi-Pilot die Meisterschaft vor Mattias Ekström, der lediglich drei Punkte weniger auf seinem Konto hatte. Das DTM-Championat als Rookie war bisher nur sechs Fahrer gelungen - zuletzt in der Saison 1983 mit Nicola Larini.2018: Sechs Siege in Folge
Und in der darauf folgenden Saison zeigt Rast, dass der Titel kein Zufall oder reines Glück war. Zunächst einmal musste er aber erleben, wie es sich anfühlt, wenn man vom Jäger zum Gejagten wird und jeder auf einen schaut. TV-Termine, Interviews, Autogrammstunden, viele Fragen - Dinge, die vom eigentlichen Job ablenken. Ein schwerer Überschlag auf dem Lausitzring mit Krankenhausaufenthalt taten ihr Übriges. Rast war immer einer der schnellsten Fahrer des Feldes, doch in der zweiten Hälfte begann er eine Siegesserie und holte den Rekord mit sechs Siegen in Folge. Für den Titel reichte es dennoch nicht mehr. Rast beendete die Saison als Vizemeister. Gary Paffett (Mercedes) gewann die Meisterschaft, Paul di Resta wurde Dritter.2019: Der zweite Titel
Die DTM stand in der Saison 2019 vor einem technischen Wendepunkt. Die bisherigen V8-Saugmotoren wurden durch rund 610 PS starke Zweiliter-Vierzylinder-Turbomotoren ersetzt. Rast kam mit der neuen Generation des Audi RS 5 DTM hervorragend zurecht und wurde zum ersten DTM-Champion der neuen Turbo-Ära.Seine Saison war außergewöhnlich konstant und schnell: Er sammelte 322 Punkte, erzielte acht Pole-Positions, sieben Siege und insgesamt 13 Podestplätze. Bereits beim Rennwochenende auf dem Nürburgring stand nach 16 von 18 Rennen fest, dass ihm der Titel nicht mehr zu nehmen war. Ein dritter Platz reichte, um die Meisterschaft vorzeitig zu sichern.
Damit war Rast zweifacher DTM-Champion.
2020 folgte der vielleicht beeindruckendste Titel seiner DTM-Karriere.
Die Saison 2020 war aufgrund der Corona-Pandemie außergewöhnlich. Der Kalender wurde verändert, Rennen fanden unter besonderen Bedingungen und teilweise ohne Zuschauer statt. Keine einfach Aufgabe vor Orga, Teams und Fahrer.Auch sportlich stand Rast vor einer schwierigen Aufgabe. Sein größter Konkurrent war Audi-Markenkollege Nico Müller. Müller dominierte weite Teile der Saison und führte die Meisterschaft lange an. Rast musste deshalb eine Aufholjagd starten. Später sollte er feststellen: In der ersten Saisonhälfte waren wir zu langsam." Je näher das Saisonfinale rückte, desto stärker wurde der 33-Jährige.
Bei den Rennen auf dem belgischen Circuit Zolder gewann er zweimal hintereinander und verkürzte den Rückstand entscheidend. Vor den letzten Rennen war aus Müllers komfortabler Führung ein enger Titelkampf geworden. Beim Finale in Hockenheim machte Rast schließlich alles klar. Mit seinem Sieg gewann er nicht nur das Rennen, sondern auch die Meisterschaft. 353 Punkte standen am Ende für ihn zu Buche, Müller kam auf 330.
Damit war René Rast zum dritten Mal DTM-Champion. „Es ist zu schön, um wahr zu sein“, sagte Rast, nachdem er die Ziellinie im letzten Rennen mehr als zehn Sekunden vor seinem Titelrivalen Nico Müller überquert hatte. „Wir haben mehr erreicht, als ich jemals zu träumen gewagt hätte.
2017, 2019 und 2020 – drei Titel in vier vollständigen DTM-Saisons. Mit seinem dritten Meisterschaftserfolg zog Rast in der damaligen ewigen Bestenliste mit Klaus Ludwig gleich. Nur Bernd Schneider hat mit fünf Titeln noch mehr Meisterschaften gewonnen.
Noch bemerkenswerter ist allerdings, dass Rast für seine drei Titel lediglich vier volle DTM-Saisons benötigte.
2021: Abschied von der DTM
Nach dem dritten Titel folgte zunächst ein Jahr außerhalb der DTM. Rast wechselte 2021 in die Formel E und legte eine DTM-Pause ein. 2022 kehrte er allerdings zurück. Wieder mit Audi, wieder mit dem ABT-Team, und wieder war Rast sofort konkurrenzfähig. In seiner letzten DTM-Saison für Audi kämpfte er erneut um die Spitze und beendete das Jahr auf dem dritten Platz der Fahrerwertung. Beim Saisonfinale in Hockenheim stand er noch einmal auf dem Podium.Damit endete nach sechs Jahren seine erste große DTM-Ära.
Der Wechsel zu BMW
2023 begann für Rast ein neues Kapitel. Nach seinem Abschied von Audi wechselte der dreifache Champion zu BMW und trat für Schubert Motorsport an.Der Wechsel zeigte, dass seine Klasse nicht an eine bestimmte Marke gebunden war. Bereits 2023 gelang ihm am Red Bull Ring sein erster DTM-Sieg für BMW. Gleichzeitig holte er seine 26. Pole-Position und seinen 26. DTM-Sieg.
2024 folgte Platz vier in der Meisterschaft, 2025 wurde er erneut zu einem der prägenden Fahrer der Serie. Am Nürburgring gelang ihm 2025 sein 30. DTM-Sieg. Damit erreichte Rast eine Marke, die seine außergewöhnliche Stellung in der modernen DTM noch einmal unterstreicht.
DTM-Statistik René Rast
2017 – Champion mit Audi (Team Rosberg)
2018 – Platz zwei mit Audi (Team Rosberg)
2019 – Champion mit Audi (Team Rosberg)
2020 – Champion mit Audi (Team Rosberg)
2022 – Platz 3 mit Audi (Team Abt)
2023 – Platz 5 mit BMW (Schubert Motorsport)
2024 – Platz 4 mit BMW (Schubert Motorsport)
2025 – Platz 6 mit BMW (Schubert Motorsport)






