Montag, 20. Juli 2026
MXL täglich aktuell
Motorsport XLDas Motorsport MagazinVorschau Abonnement
DTM
02.07.2026

Dörr reist mit Selbstvertrauen zum Halbzeitrennen an den Norisring

Nach seinem ersten DTM-Sieg beim vergangenen Rennwochenende auf dem Lausitzring reist McLaren Junior Driver Ben Dörr mit viel Selbstvertrauen an den Norisring. Beim einzigen Stadtkurs im DTM-Kalender hofft sein Teamkollege bei Dörr Motorsport, der ehemalige Formel-1-Pilot Timo Glock, sein erstes Erfolgserlebnis in einer bislang von viel Pech geprägten Saison zu erzielen.

Ben Dörr kann sich nicht über mangelnde Fahrpraxis beschweren. Am Wochenende vor dem DTM-Gastspiel in Nürnberg nahm der McLaren-Youngster am 24-Stunden-Rennen in Spa-Francorchamps teil. Eine defekte Tür am McLaren 720S GT3 Evo des Teams RJN erforderte allerdings eine längere Reparatur und verhinderte eine gute Platzierung. Immerhin: Unter den Fahrern der Silber-Kategorie (gilt für Nachwuchspiloten) fuhr der 21 Jahre alte Hesse die schnellsten Runden. „Das Rennen auf dem Stadtkurs in Nürnberg, wo man zwischen Mauern und Leitplanken auf zum Teil sehr welligem Belag die Ideallinie finden muss, hat allerdings einen ganz anderen Charakter als die Formel-1-Rennstrecke in Spa", weiß Ben Dörr. Er ergänzt: „An der Noris müssen Fahrer und Auto wirklich topfit sein."

Anzeige
Routinier Timo Glock erlebte bislang eine DTM-Saison zum Vergessen. Er freut sich aber trotzdem auf den Stadtkurs in Nürnberg, der nicht umsonst das „Fränkische Monaco" genannt wird. „Es wird wirklich höchste Zeit, dass ich endlich ein Erfolgserlebnis habe. Ich mag den Norisring und die großartige Stimmung, ich werde jedenfalls alles geben", blickt der frühere Formel-1-Pilot auf die Saisonrennen 7 und 8 voraus.

„Wir haben beide Autos gründlich durchgecheckt, Timos Dörr McLaren 720S GT3 Evo hat einen nagelneuen Turbolader bekommen. Unser Hauptaugenmerk lag in der Vorbereitung darüber hinaus in den Bereichen Bremsenkühlung und Feinabstimmung der Differentiale, die an der Noris enorm beansprucht werden", erläutert Dörr GT3-Projektleiter Volker Strycek. Nicht nur, dass voraussichtlich erneut hochsommerliche Temperaturen das Rennen zu einem Härtetest für Mensch und Maschine werden lassen. Der 2.162 Meter lange Kurs mit einer Rechts- und drei Linkskurven, vor denen die Rennwagen zum Teil von über 250 km/h auf 60 km/h heruntergebremst werden müssen, beansprucht die Technik enorm. Auch stellen starke Bodenwellen die Fahrer vor Herausforderungen. Es gilt, zwischen Leitplanken und Mauer keinen Millimeter Strecke zu verschenken, ohne dabei die Außenspiegel abzurasieren.

Eine große Unbekannte stellt die neue „Balance of Performance" (BOP) dar, die für alle DTM-Renner vor dem Norisring-Wochenende modifiziert wurde. „Unser Dörr McLaren 720S GT3 Evo ist jetzt etwas leichter, außerdem dürfen wir den Ladedruck erhöhen. Ähnliche Maßnahmen gelten aber auch für unsere Wettbewerber. Wir werden daher erst in den Trainingsläufen sehen, wo wir mit der neuen BOP wirklich stehen", betont Dörr GT3-Projektleiter Volker Strycek.

Auch interessant: Ben Dörr: „Viel Fahrzeit, sonst wird man nicht besser”
Anzeige