Der Ferrari Luce sorgt weiter für Schlagzeilen. Nachdem Ferraris erster vollelektrischer Sportwagen bei seiner Weltpremiere im Mai zunächst auf teils heftige Kritik stieß und die Ferrari-Aktie deutlich unter Druck geriet, hat das Modell nun einen außergewöhnlichen Erfolg gefeiert: Das exklusive Einzelstück „Chassis 0“ wurde bei der Monterey Auction von RM Sotheby’s für 40 Millionen US-Dollar versteigert. Der komplette Erlös fließt über die Ferrari Foundation in Bildungsprojekte.
Das versteigerte Fahrzeug wurde speziell für diesen Zweck vom Ferrari Tailor Made Programm gemeinsam mit dem Ferrari Design Studio konfiguriert. Als erstes Produktionschassis des neuen Modells trägt es die Bezeichnung „Chassis 0“ und verfügt über eine einzigartige Ausstattung. Dazu gehören eine eigens entwickelte Madreperla-Semi-Gloss-Lackierung sowie ein exklusives Metallic-Leder im Innenraum. Auch Räder, Bremssättel und weitere Details wurden speziell für dieses Fahrzeug gestaltet.
Der Name Luce – italienisch für „Licht“ – findet sich dabei konsequent im gesamten Gestaltungskonzept wieder. Die Außenlackierung verändert ihre Wirkung je nach Lichteinfall, während das helle Interieur mit metallischen Oberflächen diesen Ansatz fortsetzt.
Heftige Reaktionen bei der Präsentation
Der Weg des Luce zu diesem Rekordergebnis war allerdings keineswegs frei von Kontroversen. Bei seiner Vorstellung Ende Mai sorgte insbesondere das ungewöhnliche, stark reduzierte Design für Diskussionen. Der erste vollelektrische Ferrari unterscheidet sich deutlich von den klassischen Sportwagen der Marke. Mit vier Türen und fünf Sitzen verfolgt er zudem ein anderes Konzept als die bisherigen zweisitzigen Modelle aus Maranello. Das Design entstand unter Mitwirkung des ehemaligen Apple-Designchefs Jony Ive und seines Designkollektivs LoveFrom.Die Reaktionen von Fans, Kritikern und Anlegern fielen entsprechend zurückhaltend aus. An der Mailänder Börse verlor die Ferrari-Aktie am Tag nach der Präsentation zeitweise mehr als acht Prozent und schloss mit einem Minus von 8,4 Prozent. Damit wurde innerhalb eines Tages ein erheblicher Teil der Marktkapitalisierung vernichtet.
Aktie hat sich deutlich erholt
Mittlerweile hat sich das Bild jedoch gewandelt. Der Kurs der Ferrari-Aktie erholte sich nach dem Einbruch und notierte bereits Ende Juli wieder deutlich oberhalb des Niveaus unmittelbar nach der Luce-Präsentation. Anfang August lag die Aktie an der Börse beispielsweise bei rund 355 Euro, nachdem sie nach der Vorstellung des Luce zeitweise bis auf etwa 284 Euro gefallen war.40 Millionen Dollar für ein Auto, das noch am Anfang steht
Der Verkauf von „Chassis 0“ setzt nun ein weiteres Ausrufezeichen. Die 40 Millionen Dollar liegen weit über dem regulären Preis des Luce, der bei rund 550.000 Euro beginnt. Natürlich ist der Auktionspreis nicht als Marktwert eines Serien-Luce zu verstehen. Entscheidend sind die Einmaligkeit des Fahrzeugs, die Chassisnummer 0, die Tailor-Made-Ausstattung und vor allem der wohltätige Zweck der Auktion.Dennoch zeigt das Ergebnis eindrucksvoll, welche Bedeutung der Name Ferrari im internationalen Sammlermarkt besitzt. Der Verkauf übertrifft zudem den bisherigen Auktionspreis von 26 Millionen Dollar für einen Ferrari Daytona SP3 und stellt damit einen Rekord für den höchsten bei einer Auktion erzielten Preis eines Neuwagens auf.
Schaut auch unsere Galerie bei der Präsentation: Es wurde Licht – der Ferrari Luce
Zusätzlich gab es in der Print-Ausgabe von Motorsport XL einen ausführlichen Bericht zum Ferrari Luce. Jede Ausgabe kann über bestellung@motorsport-xl.de zum Preis von 7,90 Euro Versandkostenfrei bestellt weden.





