Rallye WM
10.11.2025
Škoda-Fahrer Nikolay Gryazin übernimmt WRC2 Challenger-Führung
Die Rallye Japan war die letzte reine Asphaltveranstaltung der FIA Rallye-Weltmeisterschaft 2025. Die 20 Sonderprüfungen, die in den Wäldern der Regionen Aichi und Gifu ausgetragen wurden, führten überwiegend über schmale, kurvenreiche Straßen. Oftmals von Entwässerungsgräben, Felswänden oder sogar Betonmauern gesäumt, ließen sie keinen Raum für Fehler. Starker Regen während der letzten Etappe am Sonntag machte die Herausforderung noch größer.
Nikolay Gryazin aus Bulgarien und sein Beifahrer Konstantin Aleksandrov aus Kirgisistan, die in den Kategorien WRC2 und WRC2 Challenger antraten, meisterten die Herausforderung perfekt. Da sie erkannten, dass sie mit dem Tempo der späteren Sieger Alejandro Cachón/Borja Rozada nicht mithalten konnten, konzentrierte sich das Duo im Škoda Fabia RS Rally2 darauf, so viele Meisterschaftspunkte wie möglich zu sammeln. Nach der vierten Prüfung unterbrachen sie kurzzeitig die Siegesserie der Spanier und übernahmen die Führung in der WRC2. Doch bereits nach der nächsten Wertungsprüfung war die alte Reihenfolge wiederhergestellt und Nikolay Gryazin/Konstantin Aleksandrov lagen wieder auf dem zweiten Platz.
Nach der Etappe am Freitag lagen sie 12,1 Sekunden hinter den Führenden der Kategorie. Am Samstagabend war der Abstand auf 26,9 Sekunden angewachsen. „Ich gebe mein Bestes“, sagte Nikolay Gryazin. „Aber ich glaube, mehr als der zweite Platz ist nicht möglich.“ Dennoch gelang es der Besatzung des Škoda Fabia RS Rally2, das drittplatzierte Duo Jan Solans und Rodrigo Sanjuan auf Distanz zu halten. Sie bauten ihren Vorsprung auf ihre spanischen Rivalen bis zum Ziel auf 49,8 Sekunden aus. Mit jeweils 17 Meisterschaftspunkten übernahmen Nikolay Gryazin und Konstantin Aleksandrov die Gesamtführung in denWRC2 Challenger-Wertungen für Fahrer bzw. Beifahrer.
Dagegen hat sich für den Engländer Gus Greensmith und seinen schwedischen Beifahrer Jonas Andersson die lange Reise nach Japan nicht wirklich gelohnt. Am Freitagvormittag hatte Gus Greensmith mit Untersteuern des von RaceSeven eingesetzten Škoda Fabia RS Rally2 zu kämpfen. Einige Anpassungen während des Mittagsservices schienen zu helfen. „Ich bin mit dem Fortschritt zufrieden, wir haben am Nachmittag Druck gemacht“, sagte er nach Beendigung der Freitagsetappe auf dem vierten Platz der WRC2 liegend. Am nächsten Morgen verschlechterte sich die Situation jedoch erneut. Gus Greensmith/Jonas Andersson schieden aufgrund eines technischen Problems vor der zweiten Prüfung am Samstag aus.
Das Glück war eher auf der Seite zweier lokaler Škoda Teams. Hiroki Arai und sein Beifahrer Hiroki Tachikui brachten ihren vom R2R×YAHAGI Racing Team eingesetzten Fabia sowohl in der WRC2 als auch in der WRC2 Challenger-Kategorie auf den fünften Platz. Auf der sogenannten Power Stage fuhren sie sogar die schnellste WRC2-Zeit. Takuma Kamada/Yuichi Matsumoto beendeten die Veranstaltung auf dem siebten Platz in der WRC2. Außerdem gewannen sie die WRC Masters Cup-Wertung, die Fahrern ab 50 Jahren vorbehalten ist.
Das Finale der FIA Rallye-Weltmeisterschaft 2025 findet vom 25. bis 29. November statt, wenn die Rallye Saudi-Arabien zum ersten Mal Teil des WRC-Kalenders ist.





