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Rallye Dakar
31.12.2025

Al-Rajhi und Gottschalk stellen sich der Mission "Dakar"-Titelverteidigung

Erwarte das Unerwartete, erstrebe das Unmögliche und erstarke am Unbekannten: Yazeed Al-Rajhi und Timo Gottschalk starten bei der Rallye Dakar 2026 vom 3. bis 17. Januar in Saudi-Arabien als Titelverteidiger in eine kniffligen Mission. Nach dem großen Triumph vor beinahe Jahresfrist ist die Größe der Aufgabe "Macht es noch einmal" immens: die Route noch härter, die Gesamtwertung noch umkämpfter und das Terrain noch unvorhersehbarer.

Und es gelten nicht nur die üblichen "Dakar"-Binsen, auch der Motorsport hält einige Weisheiten bereit, etwa diese hier: Nichts ist schwieriger, als einen Titel erfolgreich zu verteidigen. Bislang gelang das in der Automobilwertung mit Ari Vatanen, Pierre Lartigue, Jean-Louis Schlesser, Hiroshi Masuoka, Stéphane Peterhansel und Nasser Al-Attiyah lediglich sechs Fahrer-Legenden, und mit Bruno Berglund, Michel Périn, Jean-Paul Cottret und Matthieu Baumel lediglich vier absoluten Ausnahme-Beifahrern. Insgesamt acht Fahrern gelang mehr als ein Sieg bei der Rallye Dakar, Yazeed Al-Rajhi könnte in diesen erlauchten Kreis noch aufschließen. Timo Gottschalk gehört bereits zu den zwölf Beifahrern, denen mehr als ein Gesamtsieg gelang – neben Andreas Schulz als zweitem deutschen Vertreter.

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Statistik hin, Statistik her – wenn die Rallye Dakar den nächsten Titelträger sucht, sind beschreibende Zahlen und Fakten Makulatur. Dann stellen sich Fahrer, Beifahrer und Teams der beinharten Realität. Eine Übersicht.
 
Die Rallye Dakar 2026 verspricht schon in der ersten Woche kaum Gnade: Direkt nach dem Start in Yanbu werden Fahrer, Beifahrer und Material auf eine harte Probe gestellt. Schnelle Schotterpisten wechseln sich mit felsigen Passagen und weitläufigen Dünenfeldern ab – ein permanentes Wechselspiel, das höchste Konzentration verlangt.  Die Navigation wird neben beherztem Fahrstil mit zum entscheidenden Faktor. Mal gilt es, im vollen Rallye-Tempo durch offenes Gelände schnell Kilometer zu machen, dann wieder verlangen technische Abschnitte millimetergenaue Präzision. Bis zum Ruhetag könnten sich die Favoriten zu erkennen gegeben haben – doch schon kleine Unachtsamkeiten können zu Zeitverlusten führen, die sich später rächen.

Nach dem Ruhetag zeigt die Dakar ihr wahres Gesicht. Die zweite Woche gilt traditionell als Entscheidungsphase – und 2026 wird keine Ausnahme bilden. Die Etappen werden länger, die Navigation komplexer, die Sand- und Dünengebiete größer. Jetzt trennt sich die Spreu vom Weizen: Kondition, Erfahrung und taktisches Geschick entscheiden über Sieg oder Niederlage. Mensch und Maschine sind gleichermaßen am Limit. Ein leichtfertig eingefangener Aufhängungsschaden, ein Navigationsfehler, ein Moment der Unkonzentriertheit – und das Gesamtklassement kann sich noch einmal komplett auf den Kopf stellen.

Auf den letzten Kilometern zurück in Richtung Yanbu bleibt die Spannung bis zum Schluss erhalten. Denn die Dakar 2026 bleibt, was sie immer war: ein Marathon, der erst am Ziel wirklich entschieden ist – und nur die Stärksten und Zuverlässigsten belohnt.
 
Altmeister, Aufsteiger und Außenseiter – die Automobilwertung verspricht bei der Rallye Dakar schon auf dem Papier Weltklasse. Sie liest sich wie das Who's Who des Marathon-Rallye-Sports. Unter anderem mischen Seth Quintero/Andrew Short im Toyota vorn mit: Das US-amerikanische Duo gilt als eines der heißesten Anwärter auf Etappensiege. Toyota schickt noch weitere Speerspitzen ins Rennen: Henk Lategan/Brett Cummings sowie der erfahrene Australier Toby Price mit Co-Pilot Armand Monleon wollen gerade in den schnellen Passagen und den gefürchteten Dünenfeldern ihr enormes Potenzial unter Beweis stellen. Guillaume de Mévius/Mathieu Baumel bilden die Speerspitze von Mini – ein eingespieltes Duo, das sich in den letzten Jahren kontinuierlich in die erweiterte Rallye-Elite vorgearbeitet hat. Dacia setzt auf geballte Power: Mit Sébastien Loeb/Édouard Boulanger schickt das Team eine der Grüßten des Sprint-Rallye-Sports ins Rennen, der bereits Dakar-Etappen gewonnen hat. An seiner Seite kämpft Marathon-Rallye-Weltmeister Lucas Moraes mit Dennis Zenz um den Gesamtsieg. Auch Ford bietet eine Mischung aus Erfahrung und Unbekümmertheit – unter anderem mit Carlos Sainz/Lucas Cruz sowie Mattias Ekström/Emil Bergqvist und "Nani" Romi/Alex Bravo.
 
In der Fahrerwertung der Rallye Dakar setzen Dacia, Ford und Toyota auf hochentwickelte Prototypen der T1+/Ultimate-Kategorie, die trotz unterschiedlicher Marken-DNS einem ähnlichen technischen Grundkonzept folgen: Dacia tritt mit dem Sandrider an, einem radikal auf Leichtbau, Effizienz und Agilität ausgelegten Rennfahrzeug mit Kohlefaserchassis, Mittelmotor und Hybrid-Unterstützung, das besonders auf geringes Gewicht, ausgewogene Gewichtsverteilung und einfache Servicebarkeit im Biwak optimiert ist. Ford schickt den Raptor T1+ ins Rennen, einen äußerst robusten, breit gebauten Prototypen mit starkem V8-Biturbo, überarbeitetem Fahrwerk und klarer Auslegung auf Dauerhaltbarkeit und Tempo in offenen Wüstenpassagen. Toyota, wie ihn Yazeed Al-Rajhi und Timo Gottschalk pilotieren, setzt mit dem GR DKR Hilux Evo auf ein bewährtes, kontinuierlich weiterentwickeltes Konzept, das in einer südafrikanischen (Hallspeed) und einer belgischen (Overdrive) Variante als Werksentwicklung an den Start geht: ein extrem zuverlässiger, vergleichsweise kompakter T1+-Prototyp mit V6-Motor, exzellenter Traktion und großer "Dakar"-Allzweck-Tauglichkeit über zwei Rallye-Wochen hinweg, der für seine Balance aus Performance, Standfestigkeit und einfacher Reparierbarkeit bekannt ist.

Der Sieg von Yazeed Al-Rajhi und Timo Gottschalk bei der Rallye Dakar 2025 hat in Saudi-Arabien eine spürbare Welle der Begeisterung ausgelöst und dem Motorsport im Land einen emotionalen Höhepunkt beschert: Erstmals gewann ein saudischer Fahrer die prestigeträchtige Gesamtwertung der Automobilklasse, was den Erfolg weit über den Sport hinaus zu einem nationalen Moment des Stolzes machte. Medien, soziale Netzwerke und öffentliche Veranstaltungen griffen den Triumph begeistert auf, Al-Rajhi wurde zur Identifikationsfigur für eine junge, ambitionierte Motorsport-Generation, und die Dakar selbst gewann weiter an Bedeutung als Teil der sportlichen und kulturellen Entwicklung des Königreichs. Der Erfolg verstärkte das Interesse an Offroad-Rallyes, förderte Nachwuchsprogramme und unterstrich Saudi-Arabiens Anspruch, nicht nur Gastgeber, sondern auch sportlich prägende Nation der Rallye Dakar zu sein.

Yazeed Al-Rajhi: „Es gibt gleichzeitig nichts, was ich mir mehr wünschen würde als den 'Dakar'-Titel zu verteidigen. Und doch ist nichts schwieriger als das. Vergangenes Jahr sind für uns Null-Fehler-Job, technische Zuverlässigkeit aber auch das Glück der Tüchtigen zusammengekommen. Es braucht wieder harte Arbeit, Fortune und taktische Finesse, den Titel erneut zu holen. Uns ist bewusst wie nahezu unbezwingbar die Rallye ist, aber auch, dass wir genau das bereits einmal geschafft haben. Wir werden bei der 'Dakar' 2026 alles geben, was in uns steckt. Das ist sicher!“

Timo Gottschalk: „Die Route der Rallye Dakar 2026 birgt nicht nur extreme Schwierigkeiten sondern auch das Potenzial, die Spreu vom Weizen früh und gnadenlos zu trennen. Völlig klar, zu was wir zählen wollen. Aber dazu muss man nicht nur von Beginn an bei der Musik sein, sondern in jeder Millisekunde extrem wachsam. Das gilt für die Fahrer, aber auch  allemale für die Beifahrer. Genau das werden wir ab dem dritten Januar 14 Mal abrufen!“
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