Der Renntag in der chinesischen Sonderverwaltungszone Macau begann für vier von fünf Fahrern in den Porsche Porsche 911 GT3 R nicht nach Wunsch: Ausgerechnet Alessio Picariello landete bereits in der ersten Kurve in den Barrieren. Für den Belgier, der im Qualifying-Lauf am Samstag den dritten Platz erobert hatte, endete das Rennen damit vorzeitig. Leidtragender war ebenso sein Teamkollege aus der Mannschaft von Absolute Racing: Werksfahrer Laurens Vanthoor wurde an der Unfallstelle von einem Konkurrenten am Heck getroffen und war fortan aufgrund erheblicher Schäden an seinem Neunelfer nicht mehr konkurrenzfähig. Der Belgier kämpfte sich als Neunter dennoch in die Top-Ten. DTM-Champion Ayhancan Güven aus der Türkei und der Franzose Dorian Boocolacci verloren aufgrund eines anderen Zwischenfalls in der ersten Runde alle Chancen auf einen Erfolg auf dem sechs Kilometer langen Giua Circuit im Spielerparadies Macau.
„Typisch Macau: viel Spektakel, große Spannung und reichlich Action auf der Strecke“, fasst Sebastian Golz zusammen. Der Projektleiter Porsche 911 GT3 R ergänzt: „Dritter Platz im Qualifyinglauf für Alessio Picariello, dritter Platz im Hauptrennen für Laurin Heinrich – das ist okay, aber wieder einmal blieb uns der Sieg trotz starker Leistungen von Teams und Fahrern verwehrt. Platz zwei wäre für Laurin eventuell möglich gewesen, aber Überholen ist auf dem sehr engen Giua Circuit extrem schwierig. Macau fehlt weiterhin in der Liste der Erfolge von Porsche Motorsport. Ich hoffe, dass sich das im nächsten Jahr ändern wird.“
Fahrerstimmen nach dem Rennen
Laurin Heinrich (Porsche 911 GT3 R #22): „Vielleicht war gut, dass ich im Qualifying-Rennen schlechte Erfahrungen beim Start gemacht und etwas gelernt hatte, denn im Hauptrennen lief es für mich umso besser. Die Startrunde war turbulent, ich hatte auch das notwendige Glück. Von Platz acht auf das Siegerpodest – das kann sich sehen lassen. Ich war vor allem in der Anfangsphase schneller als der vorausfahrende BMW, fand aber keinen Weg an ihm vorbei. Auf den Geraden war er schneller, in den engen Passagen am Berg war ich es, aber dort ist Überholen unmöglich. Immerhin darf ich einen Pokal aus Macau mit nach Hause nehmen. Es ist ein schöner Abschluss eines ereignisreichen Wochenendes.“Laurens Vanthoor (Porsche 911 GT3 R #992): „Auch im Hauptrennen hatte ich das Glück nicht auf meiner Seite. Nach dem Unfall meines Teamkollegen Alessio musste ich stark abbremsen, weil ich nicht sehen konnte, wo eine Lücke entsteht, um am Unfall vorbeizukommen. Dabei ist mir ein anderes Auto heftig in das Heck gekracht: Diffusor, Auspuff und vieles andere war danach komplett beschädigt. Beim Restart habe ich dann noch einmal versucht, etwas nach vorn zu kommen, aber das ist nicht gelungen. Schade – es war definitiv nicht mein Wochenende.“
Alessio Picariello (Porsche 911 GT3 R #911): „Das Ergebnis ist natürlich sehr enttäuschend. Ich bereue keinesfalls, wie ich den Start angegangen bin. Ich wollte unbedingt vor dem BMW bleiben, um eine Chance auf das Podium zu haben. Leider hat er mir nicht genug Platz gelassen. Eine leichte Berührung reichte aus, um mich in die Barrieren der ersten Kurve zu schicken – sehr schade für unser Team. Die Mannschaft hätte ein besseres Ergebnis verdient. Beide Autos waren stark, aber am Ende stehen wir mit leeren Händen da. Leider läuft es im Motorsport manchmal so.“





