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Kartsport Allgemein
06.05.2021

Schweizer Kart-Meisterschaft: Auf zur zweiten Runde

Am Sonntag steht im italienischen 7 Laghi der zweite Lauf zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft auf dem Programm. Im Gegensatz zum Saisonauftakt soll es diesmal trocken bleiben.

95 Fahrer und Fahrerinnen haben sich zum zweiten Lauf der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft eingeschrieben. Allein 28 Teilnehmer und Teilnehmerinnen sind es bei den Jüngsten, den Super Minis. Das ist eine sehr erfreuliche Tendenz. Vor allem in Zeiten wie diesen, in denen der nationale Rennsport wegen der anhaltenden Corona-Pandemie immer noch mit Terminverschiebungen und Absagen leben muss.

Fangen wir gleich mit den 8- bis 12-Jährigen an. Die Super Minis haben schon beim Saisonauftakt vor knapp einem Monat spannenden Motorsport geboten. Allerdings waren die Bedingungen alles andere als „Italien-like”. Sieger der drei ersten Rennen war Tiziano Kuzhnini, der Vizemeister aus dem Vorjahr. Zum Punktemaximum von 75 Zählern fehlten dem Spirit-Fahrer vom Sempachersee lediglich die zwei Extrapunkte für die Pole-Position. Die sicherte sich Matt Corbi, der zusammen mit Kuzhnini, Dan Allemann und Elia Epifanio auch an diesem Wochenende zu den großen Favoriten zählt. „Ich bin gespannt darauf, wie das Kräfteverhältnis im Trockenen aussieht”, sagt Super-Mini-Gesamtleader Kuzhnini. „Ich rechne fest damit, dass es zwischen meinen Teamkollegen und mir sehr eng wird.” Gespannt darf man auch auf das Abschneiden von Chiara Bättig sein. Die einzige Dame im Feld hat beim Auftakt mit Rang 3 im Finale auf sich aufmerksam gemacht und liegt in der Meisterschaft auf dem vierten Platz – vor Ben Ziegler, einem weiteren Fahrer aus der Spirit-Mannschaft.

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Mit zwölf eingeschriebenen Fahrern ist das OK-Junior-Feld das kleinste beim zweiten SM-Event des Jahres in 7 Laghi. Nichtsdestotrotz wird es auch in diesen Rennen spannend werden. Elia Pappacena, Sechster bei den Junioren 2020, ist seiner Favoritenrolle beim Auftakt gerecht geworden und hat mit zwei Siegen und einem zweiten Platz die Gesamtführung übernommen. Erster Verfolger ist der Genfer mit dem klingenden Namen Gaspard Le Gallais. Dahinter lauert Jérôme Huber, der beim Auftaktrennen im April noch nicht das perfekte Wochenende erwischte. Auf Platz 4 folgt die schnellste Dame im Junioren-Feld: Tina Hausmann. Die Gymnasiastin aus Küsnacht im Kanton Zürich sicherte sich in ihrem ersten SM-Finale auf Anhieb Rang 2. „Nach dem ersten Rennen habe ich natürlich hohe Erwartungen und möchte unbedingt wieder aufs Podium fahren”, sagt Pappacena. Auch der Aargauer geht davon aus, dass es im Trockenen enger sein wird. „Bei trockenen Bedingungen sind alle etwa gleich schnell. Der Fahrer, der die beste Konstanz hat, wird den Unterschied ausmachen.”

Mit 21 Fahrern am Start ist die X30 Challenge Switzerland für einmal nicht die Kategorie mit den meisten Teilnehmern. Eine spannende Ausgangslage bietet sich dennoch. Seriensieger Savio Moccia wird vor allem von Kilian Streit Druck spüren. Obwohl Moccia beim Auftakt mit 75 Zählern das Punktemaximum erzielte, liegt Spirit-Fahrer Streit nur 16 Punkte dahinter. Moccia muss aber nicht nur Streit im Auge behalten, auch Nicolaj Sabo, Nicolas Mühlebach und Levin Lovrenovic haben am ersten Rennwochenende gut gepunktet. Außerdem sind da noch Michael Sauter und Yoshindo Baumgartner, die ebenfalls für eine Überraschung sorgen könnten. „Ich gehe davon aus, dass es trocken bleibt und daher sehr eng werden wird”, sagt Moccia. „Das Wichtigste für mich ist, wieder möglichst viele Punkte zu holen. Wenn möglich drei Siege, um den Abstand auf Platz 2 zu vergrößern. Trotzdem will ich auch nicht zu viel Risiko eingehen. Die Saison ist noch lange.”

Mit 18 Fahrern ist das Feld der OK Senioren so groß wie schon lange nicht mehr. Und weil Gaststarter Fabio Scherer diesmal nicht dabei ist, werden die Karten dahinter neu gemischt. Den gegenwärtig Zweitplatzierten Alain Baeriswyl trennen nur 13 Punkte vom Siebtplatzierten Alessio Fagone. Das verspricht enge Positionskämpfe und macht es schwierig, einen Fahrer in die Favoritenrolle zu heben. Einer, der vom ersten Rennwochenende her noch eine offene Rechnung hat, ist Patrick Näscher. Der Liechtensteiner war im ersten Vorlauf in eine Kollision verwickelt und hatte im Finale gegenüber Scherer das Nachsehen. „Wir haben dieses Jahr andere Reifen”, sagt Näscher. „Und im Moment hat noch niemand Erfahrung mit diesen. Ich glaube, es kommt sehr darauf an, wer das beste Set-Up erwischt. Ich hoffe natürlich, dass wir die Reifen verstehen und dann wieder vorne mitfahren können.” Unter Wert geschlagen war beim verregneten Auftakt auch Lukas Muth. Der Luzerner, vor dem zweiten Rennen nur Neunter im Gesamtklassement, schwört deshalb auf Wiedergutmachung. „Beim ersten Rennen lief nicht alles nach Plan. Deshalb freue ich mich jetzt auf das zweite Rennen in 7 Laghi. Ich werde voll angreifen.”

Auch bei den Schaltkarts, der Kategorie KZ2, ist die Zahl der TeilnehmerInnen gegenüber dem ersten Rennwochenende gestiegen. Und zwar von 11 auf 16! In Führung liegt dort Nicolas Rohrbasser. Der amtierende Champion aus Genf sicherte sich mit 72 Punkten beinahe das Maximum. Im Kampf um die schnellste Rennrunde (drei Zusatzpunkte) hatte Teamkollege Tobias Widmer die Nase vorn. Der Vorsprung von Rohrbasser auf Widmer ist deshalb mit zehn Punkten überschaubar. Dritter in der Gesamtwertung ist Sebastian Kraft. Der KZ2-Rookie hat in 7 Laghi trotz einer Kollision eine starke Leistung gezeigt, die auch Rohrbasser nicht entgangen ist. „Es ist in der KZ2 richtig spannend geworden. Wir haben eine tolle Mischung aus Neulingen und erfahrenen Piloten. Ich muss mich als Routinier jeweils mächtig strecken, um die schnellen Jungs in Schach zu halten.” Besonders aufmerksam sollte man in 7 Laghi die Leistung des 19-jährigen Samuel Luyet beobachten. Der Mann mit der #120 könnte Rohrbasser im Romandie-Derby gefährlich werden. Positiv ist auch die Frauenquote in der KZ2. Neben Karen Gaillard hat sich zum zweiten Lauf auch Isabelle von Lerber vom Berner Kart Racing Club eingeschrieben. Die schnelle Bernerin belegte 2019 den zweiten Gesamtrang in der KZ2.

Zur Strecke: Wegen Corona wird auch das zweite Rennen in Castelletto di Branduzzo bei Pavia ausgetragen. Deshalb ist die Strecke den meisten Teilnehmern aus dem Effeff bekannt. Die oft auch als Teststrecke genutzte Piste ist unter den Fahrern sehr beliebt. Strecke mit einer Länge von 1.256 Metern ist schnell, abwechslungsreich, bietet zahlreiche Überholmöglichkeiten und ist vor allem im Infield technisch anspruchsvoll.